Forschung in der Medizin

Die Weichen Richtung Zukunft stellen.

In den letzten Jahren wurden verstärkt Forschungsthemen und -expertisen identifiziert, die in besonderem Maße am Klinikum Brandenburg vorhandenen sind. Die zunehmende wissenschaftliche Fokussierung wird durch unsere Trägerschaft der Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane unterstützt und zeigt sich in den Forschungsabteilungen und Verbundprojekten auf nationaler und europäischer Ebene.

Forschungsprojekte und Studien des Klinikums Brandenburg:

Innere Medizin I

Zentrum für klinisch-kardiologische Forschung der Klinik für Innere Medizin I

Um die Ergebnisse neuester medizinischer Entwicklungen ganz direkt unseren Patienten zukommen zu lassen, führt die Klinik für Innere Medizin I in außergewöhnlich großem Umfang klinisch-kardiologische Forschungsprojekte durch. Dafür wurde ein Zentrum für klinisch-kardiologische Forschung eingerichtet und über umfangreiche Mittel zur Forschungsförderung ausgestattet. Die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF-geförderter Projekte) spricht für die besondere Reputation unseres Zentrums.
Derzeit sind dort mehrere Ärztinnen und Studienschwestern (Study-nurses) tätig. Bisher wurden und werden ca. 100 Projekte wissenschaftlich bearbeitet, die derzeit aktuellen Untersuchungen sind im folgenden gelistet.

Im Rahmen von multizentrischen nationalen, auch internationalen Studien, die zum Teil auch durch uns ins Leben gerufen wurden, werden besondere Probleme von Herzrhythmusstörungen, der koronaren Herzkrankheit inklusive des Akuten Koronaren Syndroms (Herzinfarkt) und der Herzschwäche untersucht.

Unsere Klinik hat bei folgenden Studien das Konzept erstellt und sie in Kooperation mit anderen Zentren durchgeführt. Die Ergebnisse wurden hier analysiert und bearbeitet.


Myokardinfarkt-Register Brandenburg

Multizentrisches krankenhausbasiertes prospektives Register der "Brandenburgischen Arbeitsgemeinschaft Kardiologie e.V." zur Untersuchung der therapeutischen Strategien bei akutem Koronarsyndrom unter Beteiligung von 40 Brandenburgischer Akut-Kliniken, davon 5 mit Herzkatheterlabor und 24 Stunden-Bereitschaft. Eingeschlossene Patienten: ca. 2.500.


Vorhofflimmer-Register Brandenburg

Monozentrisches prospektives krankenhausbasiertes Register zur Erfassung der Diagnostik, Therapie und des Verlaufs bei Vorhofflimmern. Eingeschlossene Patienten: ca. 1.500.


Telemonitoring bei chronischer Herzinsuffizienz

Einsatz innovativer Methoden des Telemonitorings von zahlreichen Herzkreislaufparametern zur engmaschigen Kontrolle von Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz zur Vermeidung wiederholter Krankenhausaufenthalte.

Logo Telemedizin Zentrum Brandenburg Logo Kompetenznetz Herzinsuffizienz

BMBF-geförderte Projekte (Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET)

Multizentrische prospektive Untersuchung zur Erfassung der Diagnostik, Therapie und des Verlaufs bei Patienten mit Vorhofflimmern Vorhofflimmern.

  • Regionales Zentrum: Klinikum Brandenburg
  • Bundesweites Zentrum Brandenburg zur Erfassung von Komplikationen des Vorhofflimmerns (SAE-Zentrum)
Logo AFNET Logo Kompetenznetz Vorhofflimmern

Assoziierte Studien des Kompetenznetzes Vorhofflimmern

ALKOHOL UND VORHOFFLIMMERN ANTIPAF Olmesartan (AT1-Rezeptor Antagonist) vs Plazebo, bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern
BACE-PACE Studie zur Untersuchung präventiver Stimulationsalgorithmen in Kombination mit antiarrhythmischer Beta-Blocker- oder ACE-Hemmer-Therapie bei Patienten mit 2 - 3 Kammerschrittmachertherapie
FLEC-SL Effektivität von Flecainid bei elektrischer Kardioversion von Vorhofflimmern

Beteiligung an nationalen und internationalen multizentrische Studien

In unserer Klinik werden zu allen großen Themen der Herz- und Gefäßerkrankungen jeweils zahlreiche Studien durchgeführt: zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, zur Behandlung des Herzinfarktes und seiner Komplikationen, zur Behandlung der Herzschwäche u.a.

Ursachen und Behandlung von Vorhofflimmern

PAFAC Prävention von Vorhofflimmern nach Kardioversion
ENOXAPARIN Prävention cerebraler und systemischer Embolien bei Vorhofflimmern und elektrischer Kardioversion
PAFOS Prevention of Atrial Fibrillation by optimized Overdrive Stimulation
A-COMET II Azimilide bei Vorhofflimmern, Besondere Probleme bei implantiertem Kardioverter/Defibrillator (ICD)
SHIELD Shock inhibition evaluation with Azimilide

Beherrschung des Akuten Koronaren Syndroms (Herzinfarkt) und seiner Komplikationen

VALIANT Valsartan in acute myocardial infarction
DINAMIT Defibrillators in acute myocardial infarction trial
CAIRP Candesartan Cilexetil In-Stent Restenose Präventionsstudie
CYPHER-Register Effektivität und Sicherheit Sirolimus-beschichteter Stents
REPLACE Randomized Evaluation in PCI Linking Angiomax to Reduced Clinical Events
ACUITY Acute Catheterization and Urgent Intervention Triage strategy
OMEGA Prospektive, randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte, Multicenterstudie bei Patienten nach akutem Myokardinfarkt zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von 1 Gramm Ω-3-Fettsäurenethylester (Ω-3-FAE) täglich versus Placebo zur Reduktion des Risikos des plötzlichen Herztodes

Optimierung der Behandlung der Herzinsuffizienz

CHARM Candesartan Cilexeitil (Candesertan) in Heart failure Assessment of Reduction in Mortality and Morbidity.
PACMAN Pacing for Cardiomyopathies a European Study
BETAFERON Betaferon bei chronischer viraler Kardiomyopathie
CIBIS ELD Vergleich Bisoprolol gegen Carvedilol bei älteren Patienten mit Herzinsuffizienz, Teilprojekt Kompetenznetz Herzinsuffizienz
BEAUTIFUL vabradin vs Plazebo bei Patienten mit stabiler AP und linksventrikulärer Dysfunktion
ACUITY Vergleich von Bivalirudin und Heparin bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom ohne ST-Hebung
Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Das Hochschulklinikum in Brandenburg mit seiner Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie ist hochspezialisiert. Neben der Patientenversorgung auf hohem Niveau beteiligen wir uns an verschiedenen regionalen und überregionalen Forschungsprojekten. Dabei ist es unser Ziel, die Versorgung unserer Patienten durch die entsprechenden Forschungsprojekte in den nächsten Jahren laufend zu verbessern. Unsere Patienten sollen an allen aktuellen Entwicklungen der Medizin teilhaben können und somit nach dem neuesten Stand therapiert werden.

Qualitätssicherung anhand von DRG-Routine-Daten

In diesem Projekt wird untersucht, ob standardmäßig zur Abrechnung erhobene Datensätze dazu geeignet sind, eine automatisierte Qualitätssicherung durchzuführen. Dieses Projekt bearbeiten wir zusammen mit dem CLINOTEL-Krankenhausverbund, die die Datenanalysen durchführen und uns beratend zur Seite stehen. Ziel dieses Projektes ist eine umfassende zeitnahe Qualitätskontrolle unserer Patienten mit anschließenden Morbiditäts- und Komplikationskonferenzen.

Molekulare Signaturen im kolorektalen Karzinom

Bei unseren Patienten mit Dickdarmkrebs werden Gewebeproben entnommen und histologisch und genetisch untersucht. Wir versuchen in Zusammenarbeit mit der Firma Signature in Potsdam, genetische Merkmale für die weitere Entwicklung der Krebserkrankung zu definieren. In Zukunft soll anhand der genetischen Untersuchungen - z.B. vorhergesagt werden, ob ein Tumor auf eine Chemotherapie anspricht und wie hoch das Risiko des Auftretens von Metastasen ist. Erste hinweisende Ergebnisse im Bereich des Brustkrebs lassen auch beim Kolonkarzinom bahnbrechende Erkenntnisse vermuten. Durch die Zusammenarbeit mit anderen großen Kliniken im Land Brandenburg ist es uns möglich im Rahmen dieser Studie sehr schnellgroße Patientenzahlen zu generieren und so relativ schnell eine gute Aussagefähigkeit der Studie zu gewährleisten.

Qualitätssicherung im Rahmen der Magenkarzinome ( Primärtumor )

Diese Studie führen wir mit dem An-Institut für Qualitätssicherung der Otto-von-Gericke-Universität Magdeburg durch. Zahlreiche bundesdeutsche Krankenhäuser beteiligen sich an dieser Studie. Die Operationsdaten und Ergebnisse werden hier zentral erfasst und die Kliniken werden untereinander verglichen. Diese Studie ermöglicht nicht nur eine Bestimmung des eigenen Qualitätsstandards, sondern sie gibt erstmalig in großen Zahlen die Situation beim Magenkazinom in Deutschland wieder. Auch anhand dieser Ergebnisse lässt sich in Zukunft die Behandlung der Patienten optimieren.

Qualitätssicherungsstudie zu sogenannten Single-Incision-Operationen am Abdomen

Hier werden laparoskopische Operationen nicht mehr über 3 oder 4 Hautinzisionen am Bauch durchgeführt, sondern nur über 1 Inzision. Im Rahmen der Studie werden die Sicherheit und die Erfolgsrate dieser neuen Operationsmethode analysiert. Die Studienleitung für dieses Projekt, an dem sich über 100 Kliniken in Deutschland beteiligen, liegt dabei bei Prof. Dr. Mantke am Hochschulklinikum in Brandenburg.

Klinik für Urologie

Zweitmeinungszentrum Peniskarzinom

Als Kooperationsprojekt der Fachhochschule Brandenburg – Studiengang „Medizininformatik“ und der Universität Rostock wird ein nationales Zweitmeinungszentrum für das Peniskarzinom erstellt.