Leber- & Pankreaszentrum Brandenburg

Informationen für Patienten

Wir bieten Ihnen:

  • Modernste gastroenterologische, radiologische und nuklearmedizinische Diagnostik ihrer Leber-Pankreaserkrankung
  • Feingewebliche Diagnostik (Pathologie/Histologie) am Hochschulklinikum
  • Umfassende Expertise bei Pankreas- und Lebererkrankungen
  • Einsatz modernster Therapieverfahren und schonende Operationsmethoden
  • Radiofrequenz- und Mikrowellenthermoablation
  • Multimodale Chemo- und Strahlentherapie vor und nach operativen Eingriffen
  • Professionelle palliative Betreuung bei nicht heilbaren Erkrankungen
  • Interdisziplinäre Therapieentscheidungen in wöchentlich durchgeführter Tumorkonferenz nach aktuellen Leitlinien und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen
  • Professionelle postoperative/postinterventionelle ambulante Nachsorge in großer kompetenter onkologischer Fachpraxis auf dem Gelände des Hochschulklinikums

 

Sie haben Fragen? Wir sind für Sie da:

Interdisziplinäre Leber-Pankreassprechstunde:
Dienstags: 11:00 bis 14:00 Uhr
Terminvereinbarung unter 03381 / 412822

Was Sie Bitte mitbringen sollten:

  • Eine Überweisung vom Facharzt für Innere Medizin oder Chirurgie oder alternativ von Ihrem Hausarzt
  • Alle Unterlagen von Voruntersuchungen, inklusive Röntgen-, CT-, und MRT-Bildern
  • Vorbefunde von diagnostischen Maßnahmen und stationären Aufenthalten

 

Pankreaskrebs

Wenn bei Ihnen Pankreaskrebs diagnostiziert wurde, stehen Sie wahrscheinlich vor vielen überwältigenden Entscheidungen. Wohin sollen Sie gehen ? Was ist Ihr erster Schritt? Einige Fragen möchten wir Ihnen bereits hier beantworten.

Ursachen und Risikofaktoren

Wie bei vielen Erkrankungen sind die genauen Ursachen des Pankreaskrebs nicht eindeutig bekannt. In den letzten Jahren konnte aber eine Reihe von Faktoren identifiziert werden, die das Risiko an Pankreaskrebs zu erkranken, deutlich erhöhen:

Genetische Disposition:
Es gibt genetische Erkrankungen, wie zum Beispiel Mutation im BRCA1- und BRCA2-Gen, die in einigen Familien gehäuft vorkommen und dann auch zu gehäuftem Auftreten von Pankreaskrebs führen können. Diese Mutationen haben auch ein erhöhtes Risiko für Brust-, Prostata- und gynäkologische Karzinome. Neben den Veränderungen in diesen beiden Genen gibt es auch einige selten auftretende genetische Syndrome, die mit einer erhöhten Häufigkeit von Pankreaskarzinomen einhergehen. Dazu zählen zum Beispiel das Peutz-Jeghers-Syndrom, die hereditäre Pankreatitis, das FAMMM-Syndrom, die HNPCC.

Des Weiteren erhöhen verschiedene Live Style Faktoren das Risiko an Pankreaskrebs zu erkranken:

  • Rauchen: Das Rauchen ist ein Hauptrisikofaktor für das Pankreaskarzinom. Pankreaskarzinome treten 2 – 3 mal häufiger bei schweren Rauchern auf, als bei Nichtrauchern.
  • Alter: Das Pankreaskarzinom tritt vorwiegend im Alter auf. Das Haupterkrankungsalter liegt zwischen dem 65. und 85. Lebensjahr. Das Risiko an einem Pankreaskarzinom zu erkranken steigt ab dem 55. Lebensjahr deutlich an.
  • Adipositas: Eine Adipositas mit einem BMI >30 erhöht deutlich das Risiko an einem Pankreaskarzinom zu erkranken.
  • Diabetes: Patienten die langjährig an einem Diabetes Typ II erkrankt sind, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko an einem Pankreaskrebs zu erkranken.
  • Chronische Pankreatitis: Die chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse erhöht das Risiko für Pankreaskrebs deutlich.
  • Übermäßiger Alkoholkonsum / geräucherte Speisen: Ein vermehrter, exzessiver Alkoholkonsum kann das Risiko an Pankreaskrebs zu erkranken steigern, gleiches gilt für den übermäßigen Verzehr von geräucherten oder gegrillten Speisen.
  • Umweltgifte: Der Kontakt mit Pestiziden, Herbiziden oder Fungiziden könnte das Pankreaskarzinom-Risiko erhöhen. Weitere potentielle Risikofaktoren sind chlorierte Kohlenwasserstoffe, Chrom und Chromverbindungen, elektromagnetische Felder und Kraftstoffdämpfe.
  • Zystische Vorerkrankungen: Zystische Vorerkrankungen wie muzinöse Pankreaszysten oder IPMN (intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie) können das Risiko für die Entwicklung von Pankreaskarzinomen deutlich erhöhen.
Hinweise und Symptome

Es gibt keine klaren Frühwarnzeichen für Pankreaskrebs, in den meisten Fällen führen Symptome zur Diagnose. Einige Patienten berichten über folgende Symptome:

  • Übelkeit, Völlegefühl und nichtgewollter Gewichtsverlust
  • Schmerzen im oberen Abdomen und Rücken
  • Schwierigkeiten bei der Fettverdauung, welche zu großen Mengen flüssigem fettreichem Stuhlgang führt
  • Ikterus (Gelbfärbung der Haut oder der Augen) als Zeichen dafür, dass ein Tumor den Galleabfluss aus der Leber behindert

Viele dieser Symptome können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Aus diesem Grund ist eine spezielle Diagnostik in dafür ausgewiesenen Zentren erforderlich, um ein Pankreaskarzinom sicher ausschließen zu können.

Diagnostik

Unser oberstes Ziel ist es die Diagnose möglichst konkret und direkt zu stellen, um schnell eine Therapie für Sie einleiten zu können, sie in ein Überwachungsprotokoll zu geben oder eine Pankreaserkrankung sicher ausschließen zu können. Aus diesem Grund nutzen wir eine große Breite von verschiedenen diagnostischen Möglichkeiten:

Bluttest und Leberfunktionstests

Hierbei werden Werte wie der Bilirubin-Wert und leberspezifische Parameter bestimmt, die auf eine Abflussbehinderung durch einen Pankreastumor hindeuten können. CA19-9 und CEA wird bestimmt, dabei handelt es sich um spezielle Proteine die bei Krebserkrankungen im Pankreas erhöht sein können.

Bildgebende Diagnostik

Wir nutzen prinzipiell in der bildgebenden Diagnostik folgende Techniken:

  • Computertomografie mit Kontrastmittel: Sie dient zur präzisen Lokalisation des Tumors und auch zur Beziehung von wichtigen Gefäßen im Oberbauch und ist unerlässlich für eine OP-Planung.
  • Magnetresonanztomografie (MRT): Sie ergänzt das CT und gibt wichtige Hinweise auf die Ausdehnung des Tumors, auf die Art des Tumors und mögliche schon bestehende Metastasierung in Lymphknoten.
  • Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP): Sie ist eine Untersuchung die ebenfalls auf der Magnetresonanztomografie besteht, hierbei kann man den Pankreasgang und die Gallenwege exakt darstellen und so Tumore und Einengungen möglichst frühzeitig diagnostizieren.
  • Endoskopischer Ultraschall: Der endoskopische Ultraschall hat eine hohe Genauigkeit bei der Detektion kleiner Veränderungen im Pankreas. Gleichzeitig können im Rahmen des endoskopischen Ultraschalls, die über Magen und Zwölffingerdarm erfolgt, Biopsien aus verdächtigen Bereichen im Pankreas gewonnen werden und so das Karzinom schon vor einer Operation unter Umständen gesichert werden.
  • Endoskopisch(e) retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP): Bei der ERCP wird über eine Magenspiegelung und Zwölffingerdarmspiegelung der Bauchspeicheldrüsengang und der Gallengang mit Kontrastmittel aufgefüllt. Veränderungen in der Struktur der Gänge wie Stenosen oder Einengungen können so dargestellt werden, aber auch gleichzeitig durch die Einlage von sogenannten Stents therapiert werden. Auch die ERCP ermöglicht durch Entnahme von Zellen mit einer Spezialbürste feingewebliche Untersuchungen, die die Krebserkrankung frühzeitig entdecken können.
  • Biopsie: Sollten in Ihrer Bauchspeicheldrüse verdächtige Areale identifiziert werden, so ist es möglich auch transkutan durch den Einsatz von Sonografie oder Computertomografie Proben aus dem verdächtigen Gewebe zu entnehmen, um so eine Diagnose zu bestätigen oder zu erhärten. Der Pathologe vor Ort wird dann eine histologische Diagnose stellen, welche hilft einen Therapie- oder Beobachtungsplan für Sie zu erstellen.
  • Laparotomie oder Laparoskopie: In einigen Fällen kann es notwendig sein zur Einteilung des Stadiums und damit zur Festlegung möglicher Therapieoptionen, eine sogenannte Staging-Laparotomie oder –Laparoskopie durchzuführen. Wenn immer möglich wird dies minimalinvasiv laparoskopisch realisiert. Dabei wird mit einem Kamerasystem in den Bauch hinein geschaut und so können unter Umständen frühzeitig in der Bildgebung nicht detektierte kleinste Absiedlungen entdeckt und histologisch gesichert werden und dem Patienten unter Umständen so große und schwerwiegende Operationen erspart werden.

Das Pankreaskarzinom lässt sich in folgende Stadien einteilen:

  • Stadium I
    Es handelt sich um einen Tumor < 2 cm, er ist komplett auf das Pankreas beschränkt.
  • Stadium II
    Der Tumor hat begonnen sich außerhalb des Pankreas auszubreiten, zum Beispiel sind schon Lymphknoten vom Tumor befallen die unmittelbar in der Nähe der Bauchspeicheldrüse liegen. Dieses Stadium ist noch gut für eine Operation geeignet.
  • Stadium III
    Der Tumor wächst auch außerhalb der Bauchspeicheldrüse oder ist relativ groß, kann Lymphknotenmetastasen haben und kann große Gefäße im Oberbauch und Nerven erreichen.
  • Stadium IV
    Der Krebs ist metastasiert, zum Beispiel auf dem Bauchfell (Peritoneum), in die Leber oder andere Organe.
Rekonvaleszenz und Überwachung

Hier erhalten Sie von uns folgende Unterstützung:

  • Beratung durch unseren Sozialdienst hinsichtlich Rehabilitation und Durchführung einer Anschlussheilbehandlung bzw. einer Kur
  • Psychoonkologische Behandlung zur Hilfe bei der Verarbeitung des Krankheitsbildes
  • Hilfe / Vermittlung zu Programmen zur Rauchentwöhnung und Unterstützung bei dieser Maßnahme
  • Hilfe durch ein Supportive Care Team aus Ernährungsberatung, Sozialdienst, Psychoonkologie und Schmerzmanagement
  • Nachbeobachtungsprogramm – Alle Patienten die an einem Pankreaskarzinom operiert wurden, werden durch die im Haus angeschlossene onkologische Schwerpunktpraxis nachbetreut, um so rechtzeitig bei einer erneuten Verschlechterung des Krankheitsbildes oder beim Auftreten von Metastasen reagieren zu können.
Forschung

Als Universitätsklinikum beteiligen wir uns an internationalen Studien zum Pankreaskarzinom. Sollten Sie mit Ihrem Krankheitsbild unter Ihrer persönlichen Situation in solch eine Studie passen, sprechen wir Sie an und klären Sie ausführlich auf. Sollten Sie von sich aus Interesse an der Teilnahme an einer Studie haben, so sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt bitte an. Alle Studien die bei uns durchgeführt werden, sind von der Ethikkommission autorisiert und erfüllen internationale Standards. Bei Interventionsstudien sind alle Patienten selbstverständlich versichert. Studien ermöglichen Patienten den Zugang zu neuesten operativen oder interventionellen diagnostischen oder therapeutischen Methoden, die in Zukunft wegweisend für die Behandlung von Krebspatienten sein könnten. Sie helfen also nicht nur bei der Behandlung von zukünftigen Patienten, unter Umständen können Sie auch schon direkt von den Studien profitieren.

Von allen Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und Leberkrebs, werden Gewebeproben und Blutproben innerhalb einer Tumorgewebe- und Datenbank gesammelt. Dafür werden wir Sie um Ihr Einverständnis bitten. Diese Gewebe- und Datenbank dient dazu den Krebs in Zukunft frühzeitiger zu erkennen, die Prognose besser zu bestimmen und die Therapie zu individualisieren.