20. September 2023

Alarmstufe Rot: Krankenhäuser in Not

Protest am Brandenburger Tor

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG e.V.) rief zu einem bundesweiten Aktionstag am 20. September 2023 auf, um gegen das Krankenhaussterben und drohende Versorgungsengpässe für Patienten zu protestieren. In Berlin versammelten sich heute mehrere hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor dem Brandenburger Tor.

Auch das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel nahm an der Aktion „Alarmstufe Rot: Krankenhäuser in Not“ teil. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Pflege- und Funktionsdienst, Ärztlicher Dienst, Verwaltung und Technik machten sich laut, um auf die wirtschaftliche Unsicherheit der Krankenhäuser und die drohenden Insolvenzen- und Schließungsgefahren aufmerksam zu machen. Als Trägerkliniken der MHB haben wir gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg, dem Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg und der Immanuel Klinik Rüdersdorf vor Ort die Stimme erhoben und mit vielen anderen Krankhäusern aus der Bundesrepublik ein deutliches Zeichen gesetzt.

Zusammenkunft der Mitarbeiter am 20. Juni 2023

Zusammenkunft der Mitarbeiter am 20. Juni 2023

Bereits im Juni versammelten sich über 200 Beschäftigte des Uniklinikums, um unter dem Motto „Alarmstufe Rot“ auf die prekäre Lage der Kliniken aufmerksam zu machen. Die DKG e.V. richtet mit der Aktion einen „Hilferuf an die Politik“ (Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender DKG e.V.).

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. richtete bei dem Protest zehn klar definierte Botschaften an die Politik:

  1. Die aktuellen Landesbasisfallwerte und die Vergütungen in der Psychiatrie und Psychosomatik müssen sofort um 4 Prozent angehoben werden.
  2. Die Anpassung der Landesbasisfallwerte und der Psychiatrieentgelte muss im kommenden Jahr und in den Folgejahren die volle Refinanzierung der Tarifentwicklung beinhalten. Nur damit werden die Kliniken in der Lage sein, ihren Beschäftigten faire und angemessene Löhne zu zahlen.
  3. Sofortige Schritte zur Entbürokratisierung und zur Entlastung der Beschäftigten.
  4. Die Politik muss endlich handeln, um Einschränkungen in der Gesundheitsversorgung oder drastische Sparmaßnahmen zu Lasten der Beschäftigten zu verhindern.
  5. Einen sofortigen Inflationsausgleich, damit die sich auftürmenden Schulden den Krankenhausträgern nicht jede Zukunftsperspektive nehmen.
  6. Einen sofortigen Inflationsausgleich, damit die kommunalen Haushalte nicht für den Defizitausgleich herhalten und andere kommunale Aufgaben vernachlässigt werden müssen.
  7. Stoppt das unkontrollierte Krankenhaussterben und den Wegfall von vielen hundert Ausbildungsplätzen zum Nachteil für das gesamte Gesundheitswesen.
  8. Stoppt das unkontrollierte Krankenhaussterben und den damit verbundenen Wegfall wichtiger Stellen für die Facharztausbildung.
  9. Mögliche Standortschließungen müssen klug geplant und alternative Versorgungsstrukturen parallel vorbereitet werden, um Versorgungslücken zu vermeiden und zukunftsfähige Versorgungsalternativen zu ermöglichen.
  10. Demografische Veränderungen müssen bei einer Strukturdebatte mitgedacht werden. Geschlossene Krankenhausstandorte lassen sich nicht einfach wiedereröffnen. Daher muss jetzt dringend in deren Erhaltung investiert werden, bis belastbare Analysen und Planungen vorliegen.

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