Gynäkologische Urologie

Mit zunehmendem Alter nehmen Senkungsbeschwerden im Bereich der Gebärmutter und der ableitenden Harnwege an Häufigkeit zu. So leiden etwa ein Drittel aller Frauen in den Wechseljahren an Blasenproblemen. Am häufigsten findet sich ein unwillkürlicher Abgang von Urin (Harninkontinenz).
Eine erfolgreiche Korrektur von Senkungen der Beckenorgane (Gebärmutter, Scheide, Blase) setzt eine genaue Diagnostik voraus, aus der die Form der vorliegenden Senkung erkannt und damit das notwendige operative Verfahren abgeleitet werden kann. Neben dem rein klinischen Befund ist daher eine spezielle Untersuchung zur Bestimmung der Druckverhältnisse im Bereich der Blase und der Harnröhre (Urodynamik) erforderlich.

Je nach dem Ergebnis dieser verschiedenen Untersuchungen (klinischer Befund, Urodynamik, Introitussonographie) kann dann entschieden werden , ob die vorliegende Störung durch eine Operation von der Scheide aus oder durch einen kleinen Bauchschnitt behoben werden kann. Gelegentlich kann auch eine Kombination beider operativer Verfahren erforderlich werden. Neben den klassischen Verfahren der Senkungs- und Inkontinenzoperationen (vaginale Plastiken, Kolposuspension nach BURCH) werden auch moderne Verfahren wie die TVT- Plastik sowie vaginale und abdominale Fixationsverfahren (z.B. nach Amreich- Richter) durchgeführt.

In einigen Fällen ist aufgrund der Untersuchungsergebnisse jedoch zu erwägen, ob durch die Gabe von Hormonen oder anderen Medikamenten bereits eine Verbesserung der Inkontinenz erreicht werden kann. Auch physiotherapeutische Maßnahmen können durch spezielle Übungsbehandlungen des Beckenbodens Abhilfe schaffen und somit eine Operation vermeiden helfen.