Institut für Pathologie

Schaubild PathologieChefarzt Dr.med. Roland PauliDr. med. Roland Pauli
Chefarzt

 

Institut für Pathologie
Hochstraße 29
14770 Brandenburg



Tel.: (03381) 41-2500
Fax: (03381) 41-2509
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



Pathologie – von der Diagnose zum Lotsen in der Therapie

Am Institut für Pathologie werden mittels verschiedener Untersuchungsmethoden diagnostische Leistungen erbracht, welche über Art und Ausdehnung der zu behandelnden Krankheiten Auskunft geben. Insbesondere bei Geschwülsten (Tumorerkrankungen) entscheiden Fachärzte für Pathologie endgültig über die Gut- oder Bösartigkeit und nehmen so entscheidenden Einfluß auf Therapiemaßnahmen – sie wirken als


Schaubild Pathologie"Weichensteller hinter den Kulissen"

Das Untersuchungsmaterial stammt überwiegend (etwa 99 %) von lebenden Menschen. Durch moderne Entnahmetechniken (z.B. computergesteuerte Feinnadelpunktion) werden Körperflüssigkeiten und Zellen für Ausstriche (zytologische Untersuchung) und kleine Gewebeproben (Biopsien) aus fast allen Körperhöhlen und Organen gewonnen, welche wie die größeren Operations-Präparate (z.B. Gebärmutter, Magen) nach aufwendiger technischer und personalintensiver Bearbeitung unter dem Mikroskop analysiert werden (feingewebliche oder histologische Untersuchungen). Dabei arbeiten Medizinisch-technische Assistenten (MTA), Naturwissenschaftler und Ärzte in der "Pathologie" eng zusammen.

 

In bestimmten Fällen wird eine mikroskopische Analyse bereits während einer Operation erforderlich (intraoperative Schnellschnittuntersuchung) – innerhalb weniger Minuten muß über das weitere chirurgische Vorgehen entschieden werden. Über diese und andere komplizierte Fragestellungen wird oft nur nach gemeinsamer Beratung von Fachärzten eine Aussage getroffen.

 

Dazu werden nicht selten zusätzliche moderne Techniken eingesetzt (Immunhistochemie und Molekularpathologie u.a. für die Bestimmung von Hormonrezeptoren in Krebszellen), deren Ergebnisse darüber Aufschluß geben, ob das Tumorgewebe auf eine bestimmte Therapieform (Hormone, Chemotherapeutika, Antikörpertherapie oder Strahlenbehandlung) anspricht. Ein Beispiel dafür ist der Nachweis spezifischer Eiweißstrukturen (HER2-Rezeptoren) auf der Oberfläche von Brustkrebszellen. Bei nur cirka 25% aller Brustkrebsfälle können diese Rezeptoren nachgewiesen werden – dies erschließt die Möglichkeit einer zusätzlichen Antikörpertherapie mit Herceptin.

Immunhistologische Darstellung

Immunhistologische Darstellung von HER2-Rezeptoren auf der Oberfläche von Brustkrebszellen (kräftige braune Färbung der Zellmembran)

 

 

Mit der Weiterentwicklung dieser neuen Methoden wird es dem Pathologen immer besser möglich sein, Vorhersagen über sinnvolle und Erfolg versprechende therapeutische Maßnahmen zu treffen bzw. zur Kontrolle des Therapieverlaufes beizutragen. Pathologen sind somit auch

"Lotsen der Therapie"

 

Eine medizinische Fachbibliothek und moderne Kommunikationsmethoden (Internet) gestatten den Zugriff auf allerneueste wissenschaftliche Erkenntnisse und die Konsultation großer Tumorzentren im In- und Ausland. Die Klärung bestimmter Erkrankungen, Berufskrankheiten (Einfluß von Schadstoffen bzw. Umweltgiften) und die Bewertung der Auswirkung von Unfällen gelingt häufig nur durch feingewebliche Untersuchungen. In diesem Zusammenhang kommt auch der Obduktion (Autopsie; innere Leichenschau) eine wesentliche Bedeutung zu. Diese, das (überwiegend falsche) Bild der Pathologie in der Öffentlichkeit bestimmende Untersuchungsform wird heute zunehmend seltener durchgeführt (weniger als 1% der Untersuchungszahlen). Eine verläßliche Feststellung der Todesursache ist jedoch in manchen Fällen ohne Obduktion nicht möglich. Das ärztlich dokumentierte Ergebnis einer Obduktion (Autopsiebericht) kann für Angehörige und deren Nachkommen große Bedeutung erlangen (Versicherungsrecht, Infektionskrankheiten oder erbliche Krebserkrankungen). Letztlich erlauben die Erkenntnisse der Obduktion auch den behandelnden Ärzten in der Klinik Rückschlüsse auf die Präzision der Diagnostik und die Auswirkung der Therapiemaßnahmen. Die Obduktion hat als Maßnahme der Qualitätskontrolle in der Medizin einen hohen Stellenwert.